Die Krise... 1. Akt

Die Sanierung drängt: Beim Sachs-Foyer war sogar von Einsturzgefahr die Rede. Im Januar 2007 sprach der Einwohnerrat einen Wettbewerbskredit von 280'000.- Franken für den Umbau und die Erweiterung des Kurtheaters. In der Vorlage wurde mit Baukosten von 10 Mio. Franken gerechnet. Die Strategiekommission verlangte schon damals eine transparente Planungs- und Kostenkontrolle. Später wurden Projektierungskosten von 1,16 Mio. Franken bewilligt, der Hauptteil wurde von Baden, der Rest vom Kanton und von Wettingen beigetragen. Durch völlig unverständliche Fehlbeurteilungen beteiligter Planungsbüros sind diese Mittel inzwischen weit gehend aufgebraucht, mit folgendem Ergebnis: Baukosten für das Siegerprojekt „équilibre“ knapp 30 Mio. Franken (was bitte ist hier im Gleichgewicht?), Projektierung alles andere als abgeschlossen und grosse Verzögerungen im Zeitplan.

Die Verantwortung... 2. Akt

Es stellt sich die Frage der Verantwortung: Zwar ist die Theaterstiftung die Bauherrin. Der unsorgsame Umgang mit öffentlichen Geldern ist hier aber wohl eher dem Stadtrat anzulasten. Es wird gemunkelt, das Stück „Keine Wiederkehr für Kurt“ werde demnächst aufgeführt.

Die Chance.... 3. Akt

Anfangs Jahr wurde das Projekt gestoppt. Nun werden endlich auch grundsätzliche Fragen geprüft: Inhaltliches Konzept und Betriebskonzept, Sanierung oder Neubau, andere Standorte, neue Eigentumsverhältnisse stehen zur Diskussion. Das team baden begrüsst diesen Zwischenschritt sehr, auch dass er aus dem WOV-Konto des Stadtrats finanziert wird. Das neue (oder doch das alte?) Projekt soll kreativ und mutig, aber nicht abgehoben und auch finanzierbar sein.

Wellness... 4. Akt

Wir sind im grossen und ganzen mit der Arbeit von Behörden und Verwaltung zufrieden. Nicht zum ersten Mal besteht jedoch der Eindruck, dass ein Geschäft schlecht geführt wird. Zur Erinnerung: Nordportal. Der Einwohnerrat macht jeweils seinem Ärger Luft und geht zum nächsten Geschäft über. Ist das die konstruktive Badener Politik? Der berühmte Badener Geist? Oder ist der Einwohnerrat ein Wellnessclub, in dem sich niemand wehtut?

Eigentlich hätte der Einwohnerrat die Aufsicht über die städtischen Behörden und die Verwaltung. Doch wie soll der Einwohnerrat diese Aufgabe wahrnehmen? Eine eigentliche Geschäftsprüfungskommission (GPK) gibt es nicht, eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) scheint in Aargauer Gemeinden nicht möglich zu sein. Soll in dramatischen Fällen ein externes Büro beigezogen werden?

Das team baden bleibt dran..... 5. Akt

 

von Markus Wälty, Einwohnerrat
erschienen in: teamblatt 2009