team baden begrüsst das Siegerprojekt zur Neugestaltung der Haselstrasse
Die Haselstrasse ist eine wichtige Verkehrsachse Badens. Sie funktioniert heute als Verkehrsraum, aber nicht als Stadtraum. Defizite für den Fuss- und Veloverkehr, geringe Aufenthaltsqualität und fehlende Begrünung prägen das Bild. Genau hier setzt die geplante Neugestaltung an.
Das team baden hat die Ergebnisse des Studienauftrags mit grossem Interesse verfolgt. Unsere Erwartungen waren im Vorfeld nicht besonders hoch. Die Vielzahl der Anforderungen auf engstem Raum wirkte wie die sprichwörtliche Quadratur des Kreises. Umso grösser ist unsere Freude über das nun empfohlene Siegerprojekt «VIA VIVA».
Stadtraum statt Verkehrsschneise
Das Siegerprojekt schafft sichere Veloverbindungen, bessere Querungsmöglichkeiten für den Fussverkehr und mehr Platz für das lokale Gewerbe – sowohl für attraktive Aussenräume als auch für Anlieferungen und Güterumschlag. Hindernisfreie Bushaltestellen verbessern die Bedingungen für den öffentlichen Verkehr. Neue Baumreihen und Elemente des Schwammstadtprinzips stärken das Stadtklima und machen die Haselstrasse widerstandsfähiger gegen Hitzeperioden. Gleichzeitig bleibt sie eine wichtige Verkehrs- und ÖV-Achse.
Besonders überzeugt uns der Grundgedanke des Projekts: Die Haselstrasse soll künftig nicht mehr primär Verkehr abwickeln, sondern als Stadtraum funktionieren. Ein Ort, der verbindet statt trennt.
Gute Lösungen brauchen auch Kompromisse
Dafür sind auch Kompromisse nötig. So wird im westlichen Abschnitt auf das wenig genutzte nördliche Trottoir verzichtet. Zudem werden die beiden wenig frequentierten Bushaltestellen Trafo und Casino aufgehoben und an der Kreuzung Bruggerstrasse wird eine Abbiegespur reduziert. Aus Sicht des team baden sind diese Eingriffe jedoch gut begründet und nötig, um die allgemeinen Verbesserungen zu erzielen.
Doch, es funktioniert
Bereits heute wird Kritik am Tempo 30 und der Begegnungszone laut. Die Befürchtung ist stets dieselbe: Bei einem so hohen Verkehrsaufkommen mit Autos und Bussen könne das nicht funktionieren.
Doch die Erfahrung aus zahlreichen Städten zeigt das Gegenteil. Moderne Stadträume funktionieren besonders dann gut, wenn alle Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt werden und sich auf Augenhöhe begegnen. Beispiele dafür sind das „Berner Modell“ in Köniz, die Bahnhofstrasse in Aarau, der Zentralplatz in Biel oder die Rue Jeanne d’Arc in Rouen.
Jetzt nicht ausbremsen
Das team baden wünscht sich an der Haselstrasse mehr innerstädtischen Raum. Das erarbeitete Projekt bringt genau das: einen vielfältig nutzbaren Raum, der für alle Verkehrsteilnehmenden einen Mehrwert bringt. Daher begrüsst das team baden eine rasche Weiterbearbeitung des Projekts, damit auch die vom Bund in Aussicht gestellten Gelder aus dem Agglomerationsprogramm rechtzeitig in Anspruch genommen werden können.
Projektbericht: Schlussbericht Studienverfahren Haselstrasse [pdf, 17.8 MB]
«Die Haselstrasse zeigt, wie moderne Stadtentwicklung funktionieren kann: Nicht indem man einzelne Verkehrsmittel gegeneinander ausspielt, sondern indem man einen Stadtraum schafft, der für alle besser wird. Das Siegerprojekt beweist, dass man selbst bei engen Platzverhältnissen erstaunlich viel erreichen kann, wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen.»
Till Schmid, Einwohnerrat team baden
