Das team baden und die Grünen Baden nehmen mit Erstaunen zur Kenntnis, dass der Kanton mit der Ostaargauer Strassenentwicklung („OASE“-Projekt) wieder grosse Umfahrungs- und Tunnelvarianten vorstellt.

Das frühere Baldeggtunnel-Projekt ist vor knapp zwei Jahren unter anderem wegen den enormen Kosten sistiert worden. Tunnel und Umfahrungsprojekte entlasten nur punktuell und verlagern den Verkehr an andere Orte. Zudem steht die berechnete Zeitersparnis von Tunnelvarianten oft in keinem guten Verhältnis zu den sehr hohen Kosten.

Die vom Kanton im Raum Baden vorgeschlagenen Varianten bringen nur in Kombination mit restriktiven flankierenden Massnahmen, wie zum Beispiel der Sperrung der Hochbrücke, einigermassen eine Entlastung. Dies hätte insbesondere für das lokale Gewerbe grosse Umwege zur Folge. Es stellt sich die Frage, ob eine solche „Entlastung von Baden“ zu Lasten der Badener wünschenswert ist.

Es macht aus Sicht der Grünen und des teams deshalb keinen Sinn, erneut teure Grossprojekte zu planen.

Die erwünschte „bessere Anbindung des unteren Aaretals“ kann mit einer urbaneren Entwicklung der Region und durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs erreicht werden. Bereits sind mit der S-Bahn-Taktverdichtung und den direkten Linien ins Limmattal Schritte in diese Richtung geplant. Ein direkterer Anschluss an die A1/A3 durch einen Umfahrungstunnel würde dagegen ein weiteres Wachstum des motorisierten Individualverkehrs und eine zunehmende Zersiedelung bewirken.

Für die „Entlastung von Baden“ sind andere, kreativere Lösungen nötig. Da das Verkehrsproblem in der Klusstadt grösstenteils hausgemacht ist und der Durchgangsverkehr nur einen kleinen Teil ausmacht, sind Umfahrungen wenig wirkungsvoll. Der Verkehr muss hier vor allem stadt- und menschenverträglicher werden. Beispielsweise durch eine weitere gezielte Förderung des öffentlichen Verkehrs und durch Umlagerungen von Flächen für die Autos zugunsten von Flächen für den Velo- und Fussverkehr.

Die Grünen und das team baden fordern deshalb die Planenden auf, die gesetzten Ziele nicht durch einen weiteren Ausbau des Autoverkehrs erreichen zu wollen und stattdessen zukunftsträchtigere und innovativere Lösungen zu finden.

 

Till Schmid (team baden, Mitglied Strategiekommission)

Beatrice Schilling (Grüne Baden, Einwohnerrätin, Präsidentin Grüne Baden)